Rebsortenkunde

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Rebsortenkunde

Beitragvon Rieussec » Fr Okt 27, 2006 14:10

Riesling:

Bild

Synonym:
Klingelberger (Baden), Rajnai Rizling, Rheinriesling, White Riesling, Ryzlink Rynsky, Starovetski, Johannesberger, Donauriesling, Rhine (engl. [rain(-)], Riesling renano (ital.)

Herkunft:
Weißer Heunisch x [Vitis sylvestris x Traminer] (Traminerklon)
gilt mit Chardonnay als beste weiße Rebsorte der Welt (Chardonnay ist auch eine Heunisch Kreuzung ;) )

Rebsortenmerklmale:
-sehr späte Reife (bis Ende Oktober)
-hohe Ansprüche an die Lage
-geringe Bodenansprüche
-mäßige bis mittelmäßige Erträge

Riesling ist daher ein ausgesprochener Terroirwein was heißt das er geschmacklich den Boden und das Klima seines Weinberges wiederspiegelt.

Bestockte Rebflächen:
20.794 ha

Riesling belegt weltweit etwa 60.000 ha und ist somit auf Platz 13 der meistverbreiteten Rebsorte. Wie man schon bemerkt haben wir in Deutschland somit den größten Anteil (und das ist auch gut so :D )
Ansonsten wächst er noch in "größeren" Mengen im Elsass mit knapp 3800ha, Australien mit 3300 ha gefolgt von Österreich mit 1650 ha.
Ausserdem gibt es noch Rieslingflächen in Russland, der Slowakei, Bulgarien und USA. Darüber hinaus wird Rielsing sogar in Argentinien, China, Italien, Greichenland, Kanada, Mexiko, Portugal, Rumänien, Spanien, Südafrika, Tschechien und Ungarn kultiviert.

Charakter:
Blassgelb bis hellgelb
Dezenter Dufton nach Apfel, Pfirsich und/oder Aprikose
Säurebetont
leicht bis mittelkräftig

Speisenzuordnung
Leichte Gerichte, gedünsteter See- und Süßwasserfisch, gekochtes Fleisch mit hellen Saucen, Frischkäse, Spargel, zartes Gemüse, fruchtige Desserts


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Re: Rebsortenkunde

Beitragvon Rieussec » Fr Okt 27, 2006 14:35

Chardonnay:

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Synonym:
Pinot Chardonnay, Beaunois, Morillon, Weißer Clevner und Feinburgunder

Herkunft:
Weißer Heunisch x Burgunder

Rebsortenmerkmale:
-mittelspäte Reife (Ende September)
-geringerer Lagenanspruch als Riesling
-mittlere bis hohe Ansprüche an Böden
-mittlere Erträge

Bestockte Rebflächen:
1.018 ha (D)

Weltweit sind über 100.000 ha Rebfläche mit der Sorte bestockt davon in Kalifornien (mittlerweile größter Chardonnayerzeuger) alleine über 40.000 ha und in Frankreich 38.200 ha. Darüber hinaus wird Chardonnay ind Österreich, SPanien, Italien, Bulgarien, Moldawien, Argentinien, Chile, Südafrika, Australien und Neuseeland kultiviert. In Deutschland wie schon gesagt mit 1.018 ha.

Charakter:
helles bis deutliches Strohgelb
Erinnert häufig an Stachelbeeren oder Grapefruit
Säurebetont, bisweilen auch nussig und buttrig (ich find auch immer sehr ölig ganz gut :D )
Mittelkräftig bis gehaltvoll

Chardonnay wird gelegentlich als halbaromatische Rebsorte bezeichnet da in ihm nicht die Primären Aromen dominieren sondern eher der mineralische Ton des Terroirs oder die Vanillenoten vom Barriqueausbau.
Neben den großen Weißweinen des Burgund wie Chablis, Meursault, Montrachet oder Charlemagne werden aus der Sorte auch einige der besten Champagner gekeltert. (Chardonnay ist neben Pinot noir und Pinot Meunier eine der 3 Champagnerrebsorten ;) )

Speisenzuordnung
Rohe Austern, Hummer mit kräftiger Sauce, Kaviar, Schnecken, Krustentiersuppe, Krustentiere, kräftiger Seefisch, Jungwild und Wildgeflügel, Lammbraten, reifer Weichkäse, Desserts mit Honig, Mandeln oder Marzipan

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Re: Rebsortenkunde

Beitragvon Rieussec » Sa Okt 28, 2006 13:35

Spätburgunder:

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Synonym:
Pinot Noir, Pinot Nero, Blauburgunder, Salvagnin, Salvagnin Noir, blauer Spätburgunder, Pinot tinto, Kisburgundi Kék, Rounci, Burgundac Crni, Clevner

Herkunft:
Schwarzriesling x Traminer
Ist die älteste Rebsorte der Burgunderebsorten.
Weiß- und Grauburgunder haben sich spontan irgendwann aus ihm mutiert.
Soll ursprünglich aus dem Niltal kommen und seit dem 4. Jh. im Burgund heimisch sein

Rebsortenmerkmale:
-mittelfrühe bis späte Reife
-hohe Ansprüche an die Lage, fast wie Riesling
-braucht warme, fruchtbare, tiefgründige Böden
-mittlere bis gute Erträge

Bestockte Rebflächen:
10.605 ha (D)

In der Heimat Burgund auf knapp 11.100 ha kultiviert. Beim Nachbar Champagne wo die berühmte gleichnamige Knallbrause herkommt sind ca. 10.400 ha angebaut. Insgesamt sind in ganz Frankreich 26.000 ha mit der edlen blauen Traube bestockt. In der Schweiz sind es 4.200 ha und in Italien wo er der Pinot Nero ist wird sie auf 3.500 ha angebaut.
Weltweit wird die Rebsorte auf cirka 60.000 ha angebaut- Davon sind die Hauptbetroffenen Länder neben den schon genannten Portugal, Spanien, Ungarn, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Kalifornien, Oregon, Argentinien, Chile, Südafrika, Australien und Neuseeland

Charakter:
Oft farbintensiv, rubin- bis granatrot
Duftnoten von Brombeeren, Kirschen, und evtl. Rauch
Milde Säure, gerbstoffbetont, körperreich bis gehaltvoll

Wie Chardonnay spielt auch der Spätburgunder eine wichtige Rolle im Champagner. Da die Trauben nicht auf der Maische liegen bleiben bekommt der Most keine Farbe aus den Schalen ab und deswegen ist Champagner auch (meistens) nicht rot bzw. rosé

Speisenzuordnung
Wildsalate, Wildterrine, Wildgeflügelpastete, Geflügelgalantine, kräftiges Hausgeflügel, Kaninchen und Wildflügel gebraten,Haarwild, Schmorbraten, kräftige Käsesorten
Zuletzt geändert von Rieussec am So Okt 29, 2006 23:35, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Rebsortenkunde

Beitragvon Rieussec » So Okt 29, 2006 23:54

Weißburgunder:

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Synonym:
Weißburgunder, Pinot Blanc (franz.), Pinot Bianco (ital.), Klevner, Rulandsky Bile

Herkunft:
Spontane Mutation vom Grauburgunder. Seit dem 14. Jh. in Frankreich bekannt

Rebsortenmerkmale:
-mittelspäte Reife, mit Silvaner (Ende September
-Ansprüche an die Lage geringer als bei Riesling
-mittlere bis hohe Ansprüche an den Boden
-gute Erträge

Bestockte Rebflächen:
3.335 ha (D)

Weltweit steht Weißburgunder auf cirka 17.000 ha Rebfläche. Platz 1 hierbei ist Italien mit 6850 ha gefolgt von Deutschland mit 2980 ha. Dicht hintendran unser Nachbar Österreich mit 2930 ha, Frankreich mit 1400 ha und Tschechien(!) mit 1300 ha. Kleiner Flächen sind auch in Luxemburg, Portugal, Kalifornien und Südafrika zu finden.

Charakter:
Hellgelb
Dezente Duftnote von Apfel, Birne, Quite, Mango oder Ananas, manchmal auch zart nussig.
Etwas säurebetont (was man aber leider bei Weißburgundern aus südlichen Regionen nicht behaupten kann :D )
leicht bis mittelkräftig

Die besten Weine sind finessreich und fruchtig und gelegentlich zart nussig. Sie gewinnen durch Barriqueausbau an Dichte und Struktur.
Weißburgunder genießt nicht das selbe gute Renommee wie Grauburgunder oder Chardonnay, bringt aber unter optimalen Bedingungen ebenso interessante Weine hervor.

Speisenzuordnung
Geräucherte Forelle, Mousse von Fisch und Seafood mit leicht säuerlichen Saucen, Salat von Krustentieren, Artischocken, Austern, Kartoffel- und Gemüseaufläufe, Salat mit warmen Streifen von gebratenem Fisch oder Geflügel, Spargel, Seefisch und geschmacksintensiver Süßwasserfisch, Geflügel und Kalbfleisch pochiert und gebraten, Bergkäse, Tilsiter.
Zuletzt geändert von Rieussec am So Okt 29, 2006 23:55, insgesamt 1-mal geändert.


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Beitragvon *krümelchen* » Fr Apr 13, 2007 17:14

danke für diese zusammenfassung....echt toll :D

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Beitragvon *krümelchen* » Fr Apr 13, 2007 17:20

Grauburgunder

- auch Ruländer

- Rebsorte der Burgunderfamilie.

- Verbreitung: Neben Italien ist Deutschland das Hauptanbaugebiet. Hier vor allem in Baden, Rheinhessen, in der Pfalz und an der Nahe.

- Farbe: blaßgelb mit Grünstich bis goldgelb,

- Aromen: Birne, Honig, Ananas, Grapefruit, Liebstöckel, grüne Bohne.

- Geschmack: je nach Erntezeitpunkt und Reifegrad, leichte, spritzige Weine mit feinrassiger Säure bis hin zu gehaltvollen, öligen Weinen.

- Eignet sich gut zum Ausbau im Barrique.

- Essen: gebratener Seefisch, helles Fleisch, Braten und sehr reifer Käse. Edelsüß als Aperitif oder zum Dessert.

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Beitragvon Felicia » Do Jun 14, 2007 21:32

hmm... bissel wenig.

Ich könnte euch ein Buch empfehlen wo sämtliche rebsorten mit bild drin sind.

Buchtitel: Kompakt & Visuell - Weine der Welt
Verlag:Dorling Kindersley
ISBN-13:978-3-8310-0871-1
Preis: 22,95 € (nicht ganz billig)

http://www.dk.com

Ich kann das buch nur empfehlen

Gruß Felicia

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Beitragvon Alex » Fr Jun 15, 2007 13:46

Ich hab's Dir mal drangehängt ;)
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Beitragvon Felicia » Fr Jun 15, 2007 16:55

danke schön, wollte nur den link lassen damit es nicht so viel ist ^_^"
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Beitragvon sanny19 » Sa Jun 16, 2007 20:02

Danke für den Tipp, werde mir das Buch mal anschaffen.

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Beitragvon Felicia » So Jun 17, 2007 19:56

Kein Thema. Alles was mit Büchern zutun hat, mich fragen

<-- Bücherwurm sei ^_^
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Re: Rebsortenkunde

Beitragvon lucullus » Mi Feb 13, 2008 0:49

Rieussec hat geschrieben:Spätburgunder:


Charakter:
Oft farbintensiv, rubin- bis granatrot
Duftnoten von Brombeeren, Kirschen, und evtl. Rauch
Milde Säure, gerbstoffbetont, körperreich bis gehaltvoll


Mein Spätburgunder ausm Rheingau von August Kesseler 2000 schmeckt als erstes sauer und dann wenig gehaltvoll. Pft. Ob ich da jemals durchsteigen werde? Die Farbe ist alles andere als intensiv oder rubinrot. *sfz ich werde noch so einige Weine trinken müssen um auch nur annähernd durchzublicken.

sry falls ich offtopic geh.

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Beitragvon ReHo » Fr Mai 23, 2008 20:45

Kann euch die seite vom deutschen weininstitut mainz sehr empfehlen. dort findet man allles über Rebsorten, Anbaugebiete und deren Beschaffenheit, Neuheiten in Sachen wein und wenn man etwas nicht weiß kann auch gefragt werden die antwort kommt auch recht schnell!

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Beitragvon Refalehrer » Sa Jan 17, 2009 15:25

Rheingau hat zwar manchmal einen Süpitzenrotwein, aber zeitweise uach besseren Essig!
Versuchs mit der Ahr oder Baden!

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Re: Rebsortenkunde

Beitragvon hozan » Di Mai 03, 2011 20:08

hallo hab ne frage unzwar was für ein wein kann man zum dessert nehmen ??



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