Mobbing und unmenschliche Arbeitsbedingungen

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Schlossfee
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Mobbing und unmenschliche Arbeitsbedingungen

Beitragvon Schlossfee » Mi Mai 16, 2012 10:40

Hallo ihr Lieben!

Ich bin grade durch google auf diese wundervolle Seite gestoßen und dachte mir ich versuche mal bei euch nach Rat zu fragen was meine momentane Situation angeht.
Ich befinde mich grade in einem sehr renomierten 5 Sterne LHW Hotel in einer Ausbildung zur Hotelkauffrau. Angefangen habe ich letztes Jahr im August und durch die Verkürzung mache ich 2 Jahre, befinde mich somit eigentlich im zweiten Lehrjahr.
Mein Betrieb bereitet mir momentan ernsthaft kopfzerbrechen. Die Zustände sind katastrophal und ich überlege die AUsbildung abzubrechen, beziehungsweise den Betrieb zu wechseln. Ich wollte euch mal beurteilen lassen ob ich übertreibe oder Recht habe mit meinen Anschuldigungen.

Momentan befinde ich mich im Service, das seit Januar. Der häufigste Dienst ist der Teildienst. Sprich wir arbeiten von 8-12 Uhr und dann OFFIZIELL von 17:30-21:30. Diese Zeiten stehen so auch auf dem Dienstplan. Pah, pustekuchen... wir machen regelmäßig jeden Tag 2- 2 1/2 Überstunden Abends. Es kam noch nicht einmal vor das wir zur offiziellen Zeit aus dem Dienst entlassen wurden. DIe Überstunden werden weder aufgeschrieben, noch in irgendeiner Art und Weise zurück erstattet. Die wenigen Guttage die uns ab und zu gegönnt werden, werden dann meistens so wieder abgebaut das wir wenn wir einen halben Tag arbeiten laut Dienstplan, im Endeffekt dafür ein ganzer Guttag abgezogen wird. Dazu kommt mobbing von Seiten jeglicher Chefetagen, ob das jetzt der stellvertretende General Manager ist, jegliche F&B Assistants oder die Personalchefin. Wehe man meldet sich krank !
Bei uns ist es gang und gebe das man selbst wenn man an einer Magen Darm Grippe,Durchfall, etc. leidet, noch in der Arbeit zu stehen hat. Wenn man beiläufig anmerkt das man eben auf Toilette war und sich übergeben musste wird das dann halt so hingenommen. Hauptsache man ist da und arbeitet. Eine Freundin und Mitauszubildende hatte sich am Fuß verletzt , dieser war so geschwollen das es offensichtlich war das sie Schmerzen hatte. Aus Angst sich krank zu melden war sie trotzdem in der Arbeit und hat unter unmenschlichen Schmerzen gearbeitet. Irgendwann ging es nicht mehr und sie musste sich krankmelden. Dann ging es erst richtig los..sie wurde verspottet und gebeten nur wenn sie WIRKLICH krank wäre, solle sie zuhause bleiben, und ansonsten bitte kommen. Als sie wieder da war, sprach sie unser Manager an was denn losgewesen wäre, und als sie zur Erklärung ansetzte brach dieser das Gespräch mit dem Satz „ Ach ich wills garnicht hören“ ab. Sie startete einen neuen Versuch und meinte sie wolle nicht das er denkt sie wäre faul und würde krankfeiern , worauf hin er meinte „ diesen Eindruck hab ich aber .Schönen Tag noch“. Jegliche Erklärungsversuche wurden einfach so abgetan. Ab diesem Zeitpunkt wurde sie einfach mit Nichtachtung zu jeder Arbeitszeit gestraft. Ich selbst musste mich gestern auch krank melden da ich einen angeborenen Hüftschaden habe und momentan durch die enormen Überstunden und die Überbelastung jeden Tag Schmerzen habe. Der Arbeit liegt daher auch ein Schreiben vom Krankenhaus vor und ich hatte schon jede Menge gespräche in denen ich über meinen Zustand aufgeklärt habe. Ich rief also an und wurde direkt abgewürgt mit dem kommentar „ erzählen sie das jemand anderem, ich will es nicht hören“..aufgelegt.
Neben diesen psychischen Attacken auf uns als Mitarbeiter kommt noch dazu, das wir den Dienstplan für die folgende Woche erst SONNTAG ABENDS zu Gesicht bekommen. Die Begründung dafür ist angeblich das der nicht früher veröffentlicht wird, weil man so eventuelle Krankmeldungen vermeiden wolle. Super oder ?Man hat also kein Soziales Leben mehr weil man keinerlei Termine etc. planen kann..man lebt für den Betrieb und mehr nicht. Urlaubsanträge kann man auch nur mit schlechtem Gewissen abgeben, und der letzte kam zurück mit dem handschriftlichen Kommentar drauf „ abgelehnt, schon wieder ???“ im Sinne von wie kann sie es wagen Urlaub zu beantragen wo ihr letzter doch im JANUAR erst war..
Das sind nur kleine Einblicke in unseren Betrieb, und ich möchte nun von euch mal wissen wie ihr das seht. Würdet ihr dagegen vorgehen, im Sinne von sich an die IHK wenden ? Ich möchte das ganze nicht weiter mitmachen und den Betrieb gerne wechseln, habe aber Angst vor einer schlechten Bewertung/ eines Arbeitszeugnisses meines Betriebs, so dass mich kein anderer mehr einstellt..
Ich bin echt verzweifelt :(


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Re: Mobbing und unmenschliche Arbeitsbedingungen

Beitragvon NoName*w* » Mi Mai 16, 2012 13:03

herzlich willkommen im forum! ;)

ich nehme an, du hast vor deiner ausbildung noch keine erfahrungen in der hotellerie/gastronomie gesammelt, sonst wüsstest du, dass diese umstände durchaus normal sind.

thema dienstplan: eins vorweg, es kommt immer auf den betrieb an, wann die dienstpläne geschrieben und veröffentlicht werden. in netten häusern ist es donnerstag/freitag, in manch nicht so netten eben der sonntag. daran musst du dich eben gewöhnen. that's gastro!
monatsdienstpläne, wie sie deine freunde in "normalen" bürojobs wahrscheinlich erhalten, wirst du niemals zu gesicht bekommen. wir richten uns nach unseren gästen. bekommen wir eine kurzfristige große reservierung rein, wird der dienstplan eben wieder geändert.
teildienste sind in unserem job übrigens normal. genauso wie die überstunden. geb in der suche mal "überstunden" ein, du wirst erstaunt sein. nicht nur du schiebst überstunden, die nicht aufgeschrieben werden!

thema mobbing: grundsätzlich muss man mit dem begriff mobbing aufpassen, es kann schnell in rufmord umgewandelt werden. rein rechtlich ist es sehr schwer, gegen mobber vorzugehen, weil du wirklich alles nachweisen musst und am besten noch einen haufen zeugen hast.
was du da berichtest, ist natürlich ärgerlich. niemand sollte seine gesundheit für einen assozialen chef riskieren. bist du krank, hast du ein recht, mit dem arsch zuhause zu bleiben und dich zu schonen.
dir bleibt nichts anderes übrig, als dich vor deine chefs zu stellen und denen genau das zu erklären. ein gesunder mitarbeiter arbeitet besser, als kranke leute. wenn du glück hast, versteht man dich endlich und alles wird gut. hast du pech, geht der stress erst richtig los. alternativ kannst du auch die schnauze halten und die nächsten 12 monate durchziehen. oder du trommelst die anderen azubis zusammen und ihr geht anonym zur ihk und bittet die um hilfe. meine erfahrung mit der ihk ist allerdings, dass vieles verharmlost wird und es denen wichtiger ist, den chefs nicht wehzutun.

hör dich mal in deiner berufsschulklasse um. geht es dort allen azubis in deren betriebe sau gut? hat dort niemand ärger mit kollegen/vorgesetzten?

thema schlechtes arbeitszeugnis: ein chef darf dir gar kein schlechtes zeugnis ausstellen. sollte er es doch tun, flitzt du zum anwalt und bekommst ein neues. das geht relativ schnell.

thema betrieb wechseln/ausbildung abbrechen: bevor du den betrieb wechselst, sei dir bewusst darüber, dass jeder in seinem job etwas zu meckern hat und es wenige mitarbeiter gibt, die 100% zufrieden sind. egal ob wir von arbeitszeiten, überstunden, stress oder gehalt sprechen. wechsel daher nirgens hin, wo du niemanden kennst, denn sonst tappst du von der einen scheiße in die nächste. bedenke auch, dass bei einer ausbildungszeit von 2 jahren 2 verschiedene ausbildungsbetriebe auch nicht gern gesehen werden. wenn du wirklich komplett das handtuch schmeißen willst, solltest du auch schleunigst einen plan B haben. denn sonst siehts im lebenslauf auch blöd aus.. und überlege dir, warum du alles schmeißen willst. willst du nur wegen den chefs aufgeben? macht dir dein job gar keinen spaß? wo siehst du deine zukunft, wo willst du hin? schaffst du es, deine ziele mit einem anderen job zu erreichen?

eins möchte ich noch klarstellen...
das alles heißt nicht, dass ich zu deinen chefs stehen würde. im gegenteil, aber leider läuft es heutzutage so eben in den meisten betrieben!

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Re: Mobbing und unmenschliche Arbeitsbedingungen

Beitragvon Sophia91 » Mi Mai 16, 2012 21:45

Hallo :)

ich kann da NoName*w* nur zustimmen!!
Wie wärs wenn du mal zur IHK gehst. Die führen mit dir und dem Chef dann ein Gespräch dannach sollte es sich auch bessern (na ja sollte)ich hatte das auch gemacht mich bei der IHK gemeldet habe dann einen Mitarbeiter für meinen Bezirk bekommen und der kam dann bei mir in den Betrieb und hat sich mit mir und meinen Chef zusammengesetz. Ist zwar unangenehm aber muss dann halt sein. Aber ob sich dann was ändert ist die andere sache

Viel Erfolg
lass den Kopf nicht hängen wenn es dir wirklich Spaß macht gib nicht so schnell auf!

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Re: Mobbing und unmenschliche Arbeitsbedingungen

Beitragvon Mone88 » Do Mai 17, 2012 0:21

Erstmal herzlich willkommen im Forum,...
Und ich bin um ehrlich zu sein nicht ganz noname's Meinung.
Wie bereits in gefühlt 20.000 Threads hier besprochen wurde ist die Gastro kein leichtes Brot. Aber jeder Job hat seine Vor-und Nachteile.
Aber dein Beitrag liest sich ein bisschen so, als würde jeder in der Gastro ein bisschen nen Schaden haben (ok is evtl auch so..;)) denn das sei das moderne Sklaventum.
Thema Dienstplan: Gabs bei mir als Azubi auch des öfteren einen Tag vorher, im letzten Hotel immer dienstags/mittwochs.
Teildienst: Hat man zum Glück am FO nicht, kenne auch viele Hotels in denen der Service keinen Teildienst hat.
So und nun zum THema krank sein:
Ich bin selbst jemand der noch halbtot auf Arbeit steht....wobei hier halt immer unterschieden werden muss in welchem Bereich du arbeitest und welche Krankheit du hast.
Bei Magen-Darm-Geschichten und ähnlichem ist echt Vorsicht geboten weil du so auch schnell ein halbes Hotel inkl. Gäste lahmlegen kannst.
Ich hab aber schon mit Kapselriss im Finger im Service und gebrochenem Mittelhandknochen am FO gearbeitet.
Naja, ob die IHK da behilflich sein kann ist die andere Frage...Teildienst ist erlaubt, den Dienstplan kurzfristig erhalten auch...und Mobbing nachzuweisen ist immer schwierig weil Aussage gegen Aussage steht. Wenn dann müsst ihr Azubis euch alle zusammentun und GEMEINSAM dagegen vorgehen, nur so habt ihr eine Chance...
Aber sprecht bitte erst mit Personalabteilung oder so...denn ansonsten artet das Ganze nur noch mehr aus...
Seamos realistos y hagamos lo imposible. URUGUAY, EL PAIS DE MI CORAZON Y EL MEJOR LUGAR DEL MUNDO!


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Re: Mobbing und unmenschliche Arbeitsbedingungen

Beitragvon Till » Do Jun 14, 2012 23:22

@Mone Ja- das Gastro kein leichtes Brot ist ist uns allen bekannt. Rein gefühlsmäßig wird aber im Moment das generell Arbeitsklima in der Gastro schlechter. Ich habe zu mindest das Gefühl das ich früher weniger Gejammer von Kollegen gehört habe .

@Schlossfee
1. Glaubst du mit der Zeit wird es besser?
2. Wenn nein, hälst du es aus, bzw willst du es aushalten?
3. Wenn nein --> wechsel.

Mach dir bitte keine Gedanken über schlechte Bewertungen oder darüber das du gewechselt hast. Ich habe selber schon 3 Mal innerhalb der Probezeit die Reisleine gezogen und bin trotzdem jetzt in dem Hotel in der Position die ich will.
Habe auch bitte keine Angst davor von einem 5* LHW Hotel in ein 4* zu gehen....
Habe selber in einem gelernt und fühle mich bei 4* wesentlich wohler, das Gehalt ist das Gleiche, und die Arbeitszeiten sind auch Mist ;-)
Hier könnte Ihre Werbung stehen!

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Re: Mobbing und unmenschliche Arbeitsbedingungen

Beitragvon himmelberlin » Di Jun 26, 2012 14:44

Hallo!
Ich möchte gern etwas Grundsätzliches zu den Problemen mit Mobbing die viele in der Gastronomie haben loswerden.
Es ist Tatsache das die Gastronomie an zweiter Stelle steht für die Häufigkeit von Mobbing. Davon abgesehen das Frauen gern Frauen mobben, ist der typische Mobber jedoch männlich um die vierzig.
Ich frage mich muss das sein? Ich habe einige Leute in der Gastronomie kennengelernt, die meinen wenn man den/die andere nur genug demütigt, schickaniert, ausgrenzt, beleidigt und in einer art militärischen Ton drangsaliert dann würde das der erhöhten Leistung zu gute kommen. Wine art "underdog" Verhalten:
Die da unten stehen mit Ellenbogen bereit den anderen runter zumachen. Nach oben beten und nach unten treten. Das ist die Elterngeneration und die Grosselterngeneration.
Nein! Sage ich. Die Leistungen werden stark durch so ein Verhalten beeinträchtigt. Man wird krank ist weniger motiviert, man kann sich mit dem Betrieb nicht so recht identifizieren. Der Ausweg für viele: ich mache mein eigenes Ding.
Wenn ich einmal oben bin dann mache ich die anderen auch runter. Dann bestimme ich!
Es wird viel gesprochen über die sogenannte "Teamfähigkeit". Teamfähig kann nur der sein der mitbestimmt.
Und nicht der fremdbestimmt ist, den man durch die Mangel genommen hat, nach dem Motto :"ich werde dir deinen Willen schon brechen". Jedes Team hat unterschiedliche Menschen und die nehmen auch unterschiedliche Rollen ein. Der eine arbeitet mehr der andere weniger, der eine sorgt für den Zusammenhalt usw. Man sollte nicht alle durch eine art Gleichmachnungsmaschinerie drehen.
Anscheinend ist das noch weit entfernt von der Gastronomie. Wir sind hier die Diener und Diener werden anlehnend an die Kolonialisierunggeschichte sklavisch gehalten. Es gibt jedoch eine ganz neue Unternehmenskultur. Hoffentlich bald auch hier in Deutschland angekommen. Wer seine Angestellten human pflegt und unterstützt, auch auf ihre Belange Rücksicht nimmt, sie lobt, ihnen das Gefühl gibt das sie ein wichtiger Teil des Ganzen sind, hat eine besser funktionierende Firma!
Auch wer in der Gastronomie arbeitet ist ein Mensch und hat ein Recht auf höfliche und menschliche Behandlung! Nicht nur der Gast. Wenn man sich gemeinsam wehrt dann wird sich etwas verändern! Wenn ich geil bin mir ständig die Schwächen meiner Kollegen herauszuarbeiten um sie dann zu erniedrigen dann kann ich nur sagen: soziale Verwahrlosung!. Kein wirklicher guter Umgangston! Vor allen die Chefs sollten sich von militärischen Gebaren endlich verabschieden! Weil es dem Betrieb schadet!
Ich lass mir nichts mehr gefallen! Ich will keine Magenschmerzen! Die Würde des Menschen ist unantastbar! Auch für Menschen die in der Gastronomie arbeiten!

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Re: Mobbing und unmenschliche Arbeitsbedingungen

Beitragvon Mone88 » Mi Jun 27, 2012 12:42

Ja, du hast recht. Aber ich denke nicht, dass das ein grundsätzliches Problem in der Gastronomie ist sondern ein allgemeines Problem in unserer Gesellschaft.
Jeder Mensch ist nunmal anders und jeder kann nicht jeden "mögen". Es geht auch in der Arbeit nicht darum, Freunde fürs Leben zu finden (Natürlich gibt es sowas auch, is auch schön), aber prinzipiell geht es darum seine Arbeit zu erleidigen.
Und meiner Meinung nach ist es auch unserer aller Aufgabe auf die Leute so einzugehen und sie ins Team zu integrieren wie es ihrem Wesen entspricht.
Die Stimmung in einem Unternehmen ist oft ein ganz entscheidender Faktor für eine Mobbing-Situation. In einem Klima, das von Ellenbogendenken und ehrgeizigem Karrierestreben geprägt ist, wird es viel schneller zum Mobbing kommen, als in einer offenen und angstfreien Atmosphäre. Wo kein Teamgeist herrscht und Gemeinschaft ein Fremdwort ist, kämpft oft jeder gegen jeden. Auch schlechte Arbeitsbedingungen, angstauslösende Unternehmens-Entscheidungen oder Ignoranz der Führungspersonen gegenüber den Bedürfnissen ihrer Untergebenen können den Nährboden für das Mobbing bilden. Um hier Abhilfe zu schaffen oder vorbeugend zu wirken, ist vor allem die Führung des Unternehmens gefragt.
Und das ist nicht nur Aufgabe des Abteilungsleiters, sondern meiner Meinung nach hauptsächlich des "Emotional leaders".
Den "emotional leader" gibt es in jeder Gruppe und ist einfach ein Mensch, der allgemein geschätzt und beliebt ist und so auch die Vermittlerposition einnehmen kann.
Aber sehen wir uns mal die Mobbing-Opfer an...warum werden sie gemobbt? Ganz einfach: weil sie anders sind. Anders, kann sehr viel bedeuten. Es kann sein, dass sie eine andere Frisur, eine andere Hautfarbe, eine andere sexuelle Orientierung und und und haben als der Mobber.
Es können die banalsten Dinge sein.
Also, was kann man dagegen tun: AKTIV vorgehen. Als Kollege, als Vorgesetzter, als Freund...
Seamos realistos y hagamos lo imposible. URUGUAY, EL PAIS DE MI CORAZON Y EL MEJOR LUGAR DEL MUNDO!

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Re: Mobbing und unmenschliche Arbeitsbedingungen

Beitragvon himmelberlin » Mi Jun 27, 2012 19:04

Wer wird gemobbt? Wieso wird jemand drangsaliert der schwach ist oder scheinbar Schwäche zeigt? Was ist das denn für ein Benehmen?
Ich hatte mal eine Situation da bin ich fast vom Glauben abgefallen. Der Gemobbte (in der Hirarchie ganz unten) war schwarz. Alle hackten auf ihm rum. Dann wurden noch im Team die Gäste als "Schweine" beleidigt. Kriterium: Ausländer, Behinderte. Ich dachte nur. halt bloss deinen Mund hier findest du keinen mit dem du sprechen kannst. Das Team mit ihren gemeinsamen Feindbildern. Ich habe bemerkt das diese Einstellungen für manche normal sind.
Wie wäre es mal bei den Schulungen mit einem neuen Themen der die Wichtigkeit des Respekt unter der Angestellten aufarbeitet. Es kommt bei der Gastronomie nicht nur auf Fachwissen an. Oder besser gesagt das Fachwissen mit praktischen Übungen um das Miteinander sollte ein Bestandteil der Ausbildung sein. Emotionale Weiterbildung eben.

Reh Bäcker
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Re: Mobbing und unmenschliche Arbeitsbedingungen

Beitragvon Reh Bäcker » So Jul 01, 2012 17:30

Hallo ihr Lieben!

Zu dem Thema von Schlossfee.

Ich habe meine Ausbildung in einem Ferienbetrieb gemacht.
War 16 Monate im Service, 13 Monate in der Küche ( wobei nur 3 Prüfungsrelevant sind)
3 Monate im HK und 2 Monate am FO!
So, wo ist da die gerechtigkeit? - Genau nirgendwo.
In der Gastro gibts nichts 'gerechtes'. Du bist ein Azubi und kannst dich nicht währen. Hast Angst, deine Meinung bei deinen Vorgesetzen zu äußern und die IHK hilft Dir auch ein Schei*!

Ich wurde in der Küche NUR 'gemobbt'..nennt es wie ihr wollt, für mich war es gemobbt.
Dazu muss ich sagen, dass ich oft krank war, dass streite ich ja auch nicht ab. Ich hatte tägliche Magenschmerzen, Brechen und Durchfall. Das ging 5 1/2 Jahre so. KEIN arzt konnte mir helfen.
Bis ich eines Tages Blut im Urin hatte und zum UROLOGEN ging, der dann feststellte, dass mein Blinddarm kurz vor'm Platzen war..So blabla. Der wurd dann rausgenommen ich war ENDLICH wieder gesund und konnte weiter arbeiten.
Trotz alle dem wurde ich jeden Tag in der Küche fertig gemacht, mit Sprüchen wie "Haste Koppweh? Achne, so'n Kopp kann ja net weh tun - is ja nix drin!" Vom Küchenchef! Hallo?
Oder es wurde mir Unterstellt ich würde Abends 'ne Party machen und am nächsten Tag nen gelben abgeben, obwohl es nicht gestimmt hatte.
Meine 'freien' Tage wurden auf einmal zu Urlaubstagen und gearbeitet habe ich 11 stunden am tag, 6 tage die woche.
Der Küchenchef rief mich an und meinte "Du kannst morgen noch zu Hause bleiben, es ist nicht viel los..Übermorgen auch" Fand ich klasse und bedankte mich. Als ich dann 4 Tage später zur Arbeit kam und auf den Dienstplan schaute, waren meine 2 freien Tage die er mir noch zusätzlich gab, nicht meine Guttage (davon hatte ich ja genug) Nein, da hat er mir einfach mal URLAUB eingetragen, was er gesetzlich garnicht machen darf! Aber was willste machen, als kleiner 'dummer' Azubi, der von nix ne Ahnung hat.
Irgendwann wurd mir das alles zuviel auch im Service und ich bin zur IHK, hab denen alles schwarz auf weiß abgelegt und die meinten nur "Ja, wir kommen"
Pustekuchen..... Die waren bis heute noch nicht im Betrieb um da mal nach'm rechten zu schauen.

Das was ich Schlossfee raten kann ist, sich eine neue Ausbildungsstätte zu suchen. Vorrausgesetzt dir macht der Beruf Spaß. Gastro musst du lieben oder hassen und leider es kommt immer öfter vor, gibt es nur noch wenige die diesen Beruf wirklich lieben!!
Ich könnte mir nichts anderes vorstellen. Den ganzen Tag im Büro zu hocken? Nein, danke.
Gastronomie ist SO spannend..Du lernst jeden Tag neue Leute kennen, kannst deinen Freunden jeden Tag was neues spannendes über deinen Beruf erzählen usw.

Wie gesagt Schlossfee, du musst dir im klaren darüber sein, ob du diesen Beruf liebst oder nur machst, weil du 'nix anderes gefunden' hast. Davon gibt es nämlich auch einige.
Und wenn du rausgefunden hast, dass du diesen Beruf liebst, dann such dir ne andere Ausbildungsstätte. Ein Tip von mir!

Lg Reh Bäcker

SteffSteff
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Beiträge: 1
Registriert: So Jul 17, 2016 3:20

Re: Mobbing und unmenschliche Arbeitsbedingungen

Beitragvon SteffSteff » So Jul 17, 2016 4:06

Hi,

ich arbeite seit Oktober letzten Jahres im Nachtdienst (22.30 Uhr bis 06.30 Uhr), ich habe mich für eine Stelle im Tagdienst beworben doch die wurde einer anderen Person gegeben. Da ich aber diesen Job gebraucht habe, dachte ich, ich probiere es mal aus, vielleicht ist es ja was für mich. Doch nach drei Monaten konnte ich nicht mehr schlafen, nur noch drei Stunden am Tag. Daher bin ich zu meinem Chef und sagte Ihm das, seit dem warte ich das ich endlich im Tagdienst arbeiten kann.

1. Aber das ist nicht das einzige Problem, ich arbeite mit Männern zusammen die schon sehr lange hier sind´(6 bis 21 Jahre Betriebszugehörigkeit), die machen mir das Leben schwer. Egal was ich auch mache oder tue, es ist immer falsch. Teile ich nur zwei Zimmer zu, die auf dem selben Stock sein sollen -Falsch-, ich bearbeite eine Rechnung, da die Adresse Falsch hinterlegt ist -Falsch-, ich buche ein Walk In ein - Falsch-, ich verkaufe am Telefon ein Zimmer - Falsch-, ich biete einem Walk In ein Zimmer an (5 Zimmer frei) - Falsch- Ich melde mich Krank bei meinem FO Manager - Falsch-

2.Als ich mich Krank gemeldet habe, wegen einem Magendarm-Virus wurde mit mir drei Tage lang nicht geredet. Ich wurde nur angeschnauzt warum ich nicht nicht persönlich bescheid gegeben habe. Sondern meine Krankmeldung der Personalabteilung gesendet habe und meinem FO Manager. Beim nächsten mal solle ich Ihnen eine Whats App Nachricht schreiben, denn Sie haben davon gar nichts gewusst das ich Krank wäre. Blöd nur das ich eine Mail bekommen habe, wo drin steht das meine Kollegen informiert worden sind. Ich wurde auch ausgequetscht was ich denn genau hatte und was ich dagegen gemacht habe, was der Arzt dazu meinte usw. Ich melde mich wirklich nur dann Krank wenn es mir nicht gut geht, ich geh selbst mit Migräne arbeiten.

3.Wir sind manchmal auch zu viel eingeteilt in der Nacht, dann kann einer immer früher gehen. Naja, einer von den Männern.
Es gibt einen von den vier Männern, wenn der sieht das wir zu viert sind, geht es Ihm auf einmal schlecht und er geht nach nur zwei Stunden nach Hause, der andere macht die Einzahlung und verschwindet einfach oder kommt nicht zur arbeit, der dritte sagt noch nicht mal Tschüss und der vierte ist der einzige der Mal gesagt hat das ich früher gehen soll. Dann lügen Sie mir noch ins Gesicht.
Einer meinte er müsse kurz zu den anderen an die zweit Rezeption, nur blöd das da Kameras sind und ich sehen konnte wie er umgezogen da stand und sich verabschiedet hat.

4.Wenn ich Urlaub einreiche wird er nicht genehmigt, da einer schon im Urlaub ist. Komisch das jetzt zwei zusammen im Urlaub (3 Wochen) sind und an 5 Tagen sogar drei. Ich habe Urlaubssperre an Weihnachten, da es sonst unfair gegenüber den anderen wäre. Denn da heißt es entweder Weihnachten oder Silvester (Was auch okay war, bis heute) wo ich feststellen muss das zwei an Weihnachten und Silvester im Urlaub sind.

5.Ich bekomme keinen Sonntags-, Feiertags Zuschlag oder Urlaubsgeld und vom Nachtzuschlag kann ich nur lachen 15 %.

Ich habe alles schon angesprochen und es hieß wie immer, wir kümmern uns darum. Wir klären das Fr. XY, wenn Sie noch was haben kommen Sie gerne jeder Zeit zu uns. Dann auf einmal meinten Sie das ich in zwei Wochen in den Tagdienst kann, aber meine Kollegen haben Nein gesagt, da Sie in Urlaub gehen und Sie brauchen mich in der Nacht.

Burghotel
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Re: Mobbing und unmenschliche Arbeitsbedingungen

Beitragvon Burghotel » Di Aug 02, 2016 19:42

Wenn Ihr Euch ungerecht behandelt fühlt...KÜNDIGT!
Die Gastro kann sich die Leute nicht mehr aussuchen Sie muss um
gute Mitarbeiter betteln. Und das ist nicht erst seit diesem Jahr so.
Wenn Ihr also kein Problem mit einem Arbeitsplatzwechsel habt dann hört endlich auf zu jammern und Euch alles gefallen zu lassen.
Zeigt den schwarzen Schafen in der Gastro das Sie die Arbeit bei solch einem miesenVerhalten eben alleine machen müssen.
Das, und nur das, wird langfristig eine Verhaltensänderung bei den schlechten Betrieben herbei führen.



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