Üble Nachrede bzw. Rufmord?

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anonym1988
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Üble Nachrede bzw. Rufmord?

Beitragvon anonym1988 » Fr Apr 30, 2010 13:38

Hallo ihr Lieben,

stehe momentan kurz vor meiner Prüfung und arbeite in einem Kettenhotel. Derzeit bin ich auf Jobsuche. Hatte auch schon einige Vorstellungsgespräche.

Zu dem Fall:

Hatte vor ca. 2 Wochen einen Vorstellungsgespräch in einem bekannten Hotel, mit dem mein Hotel auch eng zusammen arbeitet. Das Gespräch verlief nach meiner Sicht ganz gut und wurde sogar zum Probearbeiten eingeladen. Nach dem Gespräch musste ich direkt arbeiten und die Buchhalterin aus meinem Hotel (verheiratet mit dem Mann mit dem ich das Vorstellungsgespräch hatte) kam direkt auf mich zu und meinte, O-Ton: "Ich sollte einen Gang runterschalten...Ich wäre "Hochnäsig" rübergekommen...und kam als Paradisvogel an". Daraufhin habe ich überlegt und mir gedacht, wenn die schon so von mir denken, dann brauch ich gar nicht erst zum Probearbeiten gehen und lieber für die kommende Prüfung lernen. Habe anschließend eine Absage per E-Mail geschrieben.

Sehr geehrte Frau XY,
vielen Dank für das freundliche Gespräch in Ihrem Hause. Da Sie Ihre Meinung über mich schon gebildet haben, habe ich mich anderweitig entschieden. Trotzdem wünsche ich Ihnen alles Gute.....etc.


Die haben die mir geantwortet: Original E-Mail:

Sehr geehrter Herr XY,



mit großer Verwunderung habe ich heute Ihre E-Mail gelesen. Wie Sie unten auch der Notiz von Frau XY entnehmen,

können wir uns Ihr Verhalten leider nicht erklären. In der Tat: Während Ihres Vorstellungsgespräches in unserem Hause haben wir uns

eine erste Meinung über Sie gebildet. Dies ist schließlich auch der Sinn und Zweck eines solchen Gespräches. In diesem Gespräch haben Sie wirklich

nicht den sichersten und professionellsten Eindruck gemacht. Trotzdem waren alle Beteiligten in unserem Hause der Meinung, dass man dies auf Ihre

Unerfahrenheit zurückführen kann. Daher hatten wir auch einstimmig beschlossen, Ihnen die Möglichkeit zu geben, Ihre Fähigkeiten während eines Probearbeitens

unter Beweis zu stellen, zudem Sie ja, auf meine Nachfrage hin angaben, dass Ihr Direktor Herr XY ihnen auf Anfrage sicher eine gute Referenz geben würde.

Auch dies war für die Einladung zum Probearbeiten ausschlaggebend, da ich Herrn XY persönlich sehr schätze und sein Wort größtes Gewicht hat.

Umso mehr verwundert mich, dass Sie trotzdem ohne weiteres persönliches Gespräch und ohne eine genauere Erläuterung Ihrer Beweggründe

Ihr Probearbeiten in unserem Hause so unvermittelt absagen.

Selbstverständlich respektiere und akzeptiere ich Ihre Entscheidung, die Chance die wir Ihnen angeboten haben, nicht zu nutzen.

Da ich aus unserem Gespräch weiß, dass Sie sich auch in einem anderen P****Haus beworben haben, möchte ich aber die Gelegenheit nutzen, und Ihnen auf

diesem Wege unter Kollegen raten, dringend Ihre Art und Weise der Bewerbung und Vorstellung zu überdenken.


Meiner Meinung nach war ich vernüftig gekleidet und auch meine Art war völlig in Ordnung. Klar wenn die nicht auf meine Art klar kommen und ich nicht zu Ihnen passe, dann sollen die mich doch nicht einstellen und nur wegen der guten Referenz mich zum Probearbeiten einladen.

Daraufhin habe ich geantwortet und meine Beweggründe geschildert:

Sehr geehrter Herr XY,

meine Beweggründe die dazu führten mich dafür zu entscheiden nicht zum Probearbeiten bei Ihnen zu kommen, lagen ausschlaggebend darin, dass ich es zwar für selbstverständlich halte, dass Sie mich nach einem persönlichen Vorstellungsgespräch auch persönlich "beurteilen" werden. Jedoch das ich ein "überheblicher Paradisvogel" wäre empfand ich als sehr voreingenommen und zumal das Gespräch zwischen Ihnen, Frau XY, Herrn XY und mir stattfand, finde ich es als sehr unangenehm und unangebracht Ihre Persönliche Meinung über mich von außenstehenden Personen Ihres Hotels zu erfahren. Ich hätte Sie gerne beim Probearbeiten von mir überzeugen wollen, aber mein zukünftiger Arbeitgeber sollte mit solchen Beurteilungen doch etwas diskreter umgehen.

Mit freundlichen Grüßen


Diese E-Mail gingen zu meinem Chef und er war stinksauer auf mich, da die Buchhalterin Ihm die Geschichte aus Ihrer Sicht geschildert hat. Übrigens mit der Buchhalterin rede ich keinen Wort mehr. Hätte die mir nix gesagt wäre ich zum Probearbeiten gegangen und alles wäre gut. Natürlich wollte ich die Sachlage meinem Chef erläutern und habe das Gespräch gesucht. Er hat jedoch dankend abgelehnt und hat einen reservierten Eindruck gemacht. Auch die Buchhalterin hat in jeder Abteilung rumerzählt, wie ich bei dem "persönlichen" Vorstellungsgespräch war und natürlich war ich stinksauer, weil wie ich bei dem Gespräch war das geht niemanden etwas an!!!! Naja ich habe mir dann gedacht....SCH*** drauf...habe bald Prüfung und bin die eh bald alle los.

Vor der ganzen Sache, hat mein Chef mir erzählt das die selbe Kette in Berlin einen Commis de rang suchen und das er mich gerne bei dem Direktor in Berlin empfehlen möchte, was er auch tat! Anschließend wurde ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen und habe dementsprechend Flug bzw. Bahn, Hotel fest gebucht. Habe mich auch tierisch gefreut und habe mich dann 2 Wochen später auf die lange Reise von Düsseldorf nach Berlin gemacht. Der große Tag ist gekommen und habe mich im Hotel vorgestellt und gesagt, dass ich einen Vorstellungsgespräch mit Frau XY habe. Die Rezeptionist bat mich noch um Geduld und kurze später kam sie auf mich zu und meinte die Frau XY möchte mit Ihnen am Telefon sprechen. Ich (?!) leicht erstaunt, ging ans Telefon und die Frau erzählt mir:,, Guten Tag, mich wunderts das Sie heute erschienen sind. Ihr Direktor hat mir eine E-Mail geschrieben, dass wir Ihre Bewerbung nicht mehr berücksichtigen sollen.!"

Ich war geschockt und mir haben die Worte gefehlt. ER HAT MIR NICHTS GESAGT und das ist einfach nur ne Frechheit. Ich war mitten in Berlin und total am Boden zerstört. Sowas hätte ich von meinem Chef nie erwartet. Einfach nur dreist und verlogen.

Was habe ich nun für Rechte? Kann ich dagegen angehen und natürlich möchte ich meine Kosten zurückerstatten bekommen!

Übrigens: Habe gestern noch ne Absage von dem selben Hotel in Köln bekommen!

Ich kann dort nicht mehr arbeiten...ich fühle mich so gedemütigt, dass ich mich erstmal krank gemeldet habe.

Könnt ihr mir vielleicht weiterhelfen?! Danke.


Mosquito

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Beitragvon Mosquito » Fr Apr 30, 2010 14:14

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Zuletzt geändert von Mosquito am Di Jul 20, 2010 14:39, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Üble Nachrede bzw. Rufmord?

Beitragvon JJFlash89 » Fr Apr 30, 2010 20:32

Gibst ja nicht nur eine Kette in Deutschland sondern mehrere gute. Also mach dir nix draus und bewerb dich einfach woanders.

Aber zum Thema: dreist ist das auf jeden Fall. Also wenn er dir nicht nachweisen kann, dass er dir Bescheid gegebn hat, dann würd ich mir von ihm das Geld für die Fahrt usw. einklagen. Notfalls sogar rechtlich - schon aus Prinzip.


Düsseldorf, Köln, Berlin ... meinst du vielleicht die InterConti Hotels wenn ich fragen darf?

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Re: Üble Nachrede bzw. Rufmord?

Beitragvon Katzenoma » So Mai 09, 2010 18:44

Pfff. Ist ja echt eine üble Geschichte.

Bin daher generell immer darauf bedacht, wenn möglich immer im Guten auseinander zu gehen, egal, was vorgefallen ist. Die Welt ist gerade in der Hotellerie sooo klein. Wenn dich da einer aufm Kicker hat, kann dich das echt ewig verfolgen.

Würd dir das gleiche raten: Da du ja auch vom Standort her flexibel zu sein scheinst, dürfte es ja kein Problem sein, einfach ganz woanders (nicht nur räumlich, sondern auch von der Kette her) anzufangen und die Geschichte abzuhaken.

Drück ganz fest die Daumen.
Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken. (Novalis)


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Re: Üble Nachrede bzw. Rufmord?

Beitragvon bugi99 » So Mai 09, 2010 22:27

Also zunächst sollte man ich immer auf die Gerüchte anderer hören, außerdem muss ich sagen, dass mich deine Absage als Chef auch sehr überrascht hätte.

Außerdem wirst du dich daran gewöhnen müsse, dass deine potenziellen neuen Chef´s mit deinen alten sprechen um dich besser einschätzen zu können, denn leider Gottes sind die Bewerbungen oft leider völlig Aussage neutral.

Ich würde mal sagen, da hast du echt Pech gehabt, mich wundert auch, dass du dir nach der Geschichte noch Chancen in anderen Häusern der gleichen Kette erhoffst.

Im Großen und Ganzen bleibt zu sagen, dass du dich nicht korrekt verhalten hast, egal was die Buchhalterin, ihr Mann oder sonst wer sagt. Natürlich gehör es sich ach nicht mit betriebsfernen Personen über Bewerber zu sprechen.
Wer sich nicht wehrt, endet am Herd!

Jeder hat das Recht nachzudenken, allerdings machen davon die wenigsten Gebrauch!



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