Umsatzverlust - wann haftet der Mitarbeiter persönlich ?

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Locoden
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Umsatzverlust - wann haftet der Mitarbeiter persönlich ?

Beitragvon Locoden » Fr Sep 05, 2008 0:03

Hallo zusammen,

in unserem Betrieb (Accor-Gruppe) sind in den letzten Monaten vereinzelte "typsiche" Umsatzverluste entstanden in Form von z.B.

- Walk Outs (keine KK/Deposit genommen)
- F&B-Problemen: (zB Betrag auf das falsche # gebucht/KÜ fehlerhaft etc.)
- WLAN-Vouchern die nicht gebucht wurden und somit in der Monatsabrechnung fehlen
- etc.

Hierbei wurde ohne erkennbares System entschieden ob der Mitarbeiter oder das Hotel die entstandenen Kosten trägt.

Meine Frage:
Gibt es für Umsatzverluste eine konkrete gesetzliche/betriebliche Regelung in die man sich einlesen kann?
Wie läuft das in euren Betrieben ab?

Danke im voraus !


Grogg23
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Beitragvon Grogg23 » Fr Sep 05, 2008 1:49

Hallo,

da ich selber bei Accor arbeite, weiss ich aus eigener Erfahrung, dass es sich die Hotels da sehr einfach machen.

Man unterstellt dem Angestellten grobe Fahrlaessigkeit, da dieser ja anders trainiert wurde und schiebt damit die Verantwortung vollends auf den ungluecklichen Mitarbeiter ab.

Anders gearte Faktoren wie z.B. Stress, Krankheit, Personalmangel, Unwissenheit, einen schlechten Tag haben etc. werden in der Regel net beruecksichtigt.

Das hat mich bisher auch schon einiges an Geld gekostet. In einem Hotel musste ich sogar mal fuer den Fehler eines Azubis gerade stehen und den durch ihn entstandenen Schaden begleichen. Gerechtfertigt wurde das mit der Tatsache, dass dieser ja waehrend dieser Schicht unter meiner Aufsicht gestanden haette.

In hatte auch nen Fall, da wurde versehentlich der Deposit, welcher fuer 2 Zimmer gedacht war auf ein Zimmer gebucht. Als dann das eine Zimmer zum Check Out kam (ich wusste nichts von dem zweiten!) erstattete ich den ueberfaelligen Deposit zurueck und lies die Gaeste dafuer ordnungsgemaess quittieren. Als uns das Missgeschick hinterher klar wurde, hatte man mich direkt als Schuldigen ausgemacht. Da mir die Summe, die ich bezahlen sollte anfangs unangemessen erschien, versuchte ich mich zu weigern. Da wurde kurzerhand der entsprechende Anteil von meinem Gehalt eingefroren.

In Puncto Geld ist Accor generell knallhart!

Damals dachte ich mir es waere einfacher den Schaden selber auszugleichen um moeglichen Stress mit dem Hotel aus dem Weg zu gehen und sich seine Zukunft net zu verbauen.

Muss zugeben, dass es mich persoenlich verstaendlicherweise sehr gepraegt hat und mir derartige Fehler net mehr unterlaufen allerdings sind die Methoden wie Schaeden beglichen werden teilweise sehr zweifelhaft.

Mich wuerde es bei dieser Gelegenheit ebenfalls sehr interessieren, welche rechtliche Handhabe die Betriebe tatseachlich haben bzw. welche Schaeden eigentlich von der Versicherung des Arbeitgebers uebernommen werden sollten und wie solche Maleurs in anderen Individual- bzw. Kettenhotels geregelt werden.
Geniess dein Leben in vollen Zügen.

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Beitragvon Ali Baba » Fr Sep 05, 2008 9:30

Ich sag ja immer wieder dass Accor ne Sekte ist :D
Bei uns im Mercure wars aber net ganz so schlimm. Wenn der Chef seinen Rappel hatte, mussten wir das am FO aus dem TIP bezahlen. Der wurde in einer Kasse gesammelt und regelmäßig verteilt (oder eben auch nicht).
Meistens hat aber das Hotel die Kosten für Fehler getragen. Ist ja auch blödsinnig. Wo gearbeitet wird passieren Fehler, basta.

Wie das aber rechtlich ausschaut, keine Ahnung.

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Beitragvon Cosch87 » Fr Sep 05, 2008 9:43

hey Leute,
Also, rechtens ist das auf gar keinen Fall! Hab ich diese Woche erst noch bei "Rach-Der Restauranttester" gesehen
Der Gast ist nur solange König, wie er sich auch so benimmt!!

Ich habe leider nur Zwei Arme, hätte ich drei, wäre ich im Zirkus!!


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Beitragvon Ali Baba » Fr Sep 05, 2008 9:53

Und was hat der gesagt?

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Beitragvon hotel-maus » Fr Sep 05, 2008 10:26

Eine Arbeitnehmerhaftung für eingetretene Schäden darf es nur bei einen Vorsatz oder bei wiederholter Fahrlässigkeit geben!
leider sieht dies häufig in der praxis anders aus...

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Beitragvon Ali Baba » Fr Sep 05, 2008 10:35

Frei nach dem Motto "Wo kein Kläger, da keinRichter".

Ist aber logisch dass da niemand dagegen vorgeht. Arbeiten brauchste dann da nimmer...

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Beitragvon Cosch87 » Fr Sep 05, 2008 11:33

also, der war mal bei so einem Typen, der hat einen Mitarbeiteraushang gemacht und da stand unter Anderem drin, dass das Servicepersonal zu spät gekommene Stornos aus eigener Tasche begleichen müssen. Quasi, wenn sich der Mitarbeiter im Stress mal verbont hat und merkt es erst, wenn das falsche Essen schon da steht, muss er für den Verlust aufkommen. Rach hat dem Chef dann unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass das nicht rechtens ist und er sich damit strafbar macht.
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Beitragvon Katzenoma » Fr Sep 05, 2008 17:12

In meinem letzten Betrieb haben wir, wenn jemand ne Differenz in der Kasse hatte, diesen auch ausm Tip genommen. Kann ja jeder mal falsch rausgeben (waren aber auch immer nur kleine Beträge).

Hier im Hotel hingegen darf man nix ausm Tip nehmen, sondern muss die Differenz aus eigener Tasche bezahlen. Naja, hatte auch das eine oder andere mal nen Euro zu wenig und habs dann bezahlt.

Bis dann vor ein paar Monaten meiner Chefin ( zum Glück nur noch 3 Wochen lang :D ) mal knapp 30 Euro gefehlt haben. Und was hat se gemacht? Hat die Differenz einfach dringelassen und ein paar Tage lang Getränke, die Sie an der Reze verkauft hat, nicht gebucht, sondern einfach nur das Geld in die Kasse gelegt. So kann man es natürlich auch machen.....

Seit dem leg ich keinen Cent mehr rein. Irgendwo hört ja der Spaß auch mal auf!
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Beitragvon Ali Baba » Fr Sep 05, 2008 17:37

Das ist doch das normalste von der Welt. Getränke nicht buchen..tststs
Sowas mach man doch nicht :mrgreen:

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Beitragvon Lothywien » Fr Sep 05, 2008 17:38

Also wichtige Info ist, das der Azubi nicht haftbar ist für solche Dinge. Dafür ist er ja Azubi, und lernt es ja.

Danach gibt es noch den Fall, wenn Gäste ohne zu zahlen gehen, auch da ist der Kellner (auch Festangestellt) nicht haftbar, es sei denn, er hat klar den Auftrag bekommen "Sofort abkassieren!", nach diesem Auftrag ist man Haftbar.

Dennoch sollte einem bewußt sein, das man für Fehler im System nicht haftbar ist. Das wir falsch rausgeben etc. aus der Tip-Kasse gezahlt habe ist wohl klar. Da wäre es eine blöde Diskussion, da es nur um kleine Beträge geht.

Ich glaube man kann in allen Punkten den Mitarbeiter immer nur ermahnen und abmahnen, aber nicht zum bezahlen zwingen. Auch wenn etwas Kaputt geht, z.B. das ach so teure Besteck....

Gruß Lothy
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Beitragvon Katzenoma » Fr Sep 05, 2008 17:59

@ Ali Baba

Dieses Thema hat mein Bruder perfektioniert. Der jobbt nebenher in der Gastronomie. Er macht Service, seine Verlobte die Theke 8) 8) 8)
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Beitragvon merowinger » So Sep 07, 2008 15:09

Also mir ist sowas zum Glück bisher noch nicht passiert, mir wurde aber gleich zu Beginn eingeschärft dass ich in den ersten 3 Wochen an der Kasse nix verloren hab, weil falls was fehlen sollte ich dann verantwortlich gemacht würde und dafür aufkommen müsste...

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Re: Umsatzverlust - wann haftet der Mitarbeiter persönlich ?

Beitragvon Sandra.s » Mi Dez 14, 2011 21:16

Hallo zusammen,

Ich habe diesen Beitrag mit großem Interesse gelesen.

Kennt Ihr einen Mitarbeiter/Azubi der rechtliche Schritte gegen seinen Betrieb eingeleitet hat, weil er ungerechtfertig nachgebuchte Verluste nicht aus eigener Tasche bezahlen wollte?

Ich habe Bei Accor gelernt. Ich war sehr froh über meinen Ausbildungsplatz und habe mich auch dementsprechend engagiert aber ich war AZUBI.

In meinem 2. Halbjahr begann mein Dienst an der Bar. Die ersten Tage mit einem Facharbeiter, danach hatte ich zum größten Teil Dienst mit einer Auszubildenden (im 1. Lehrjahr.) Was generell schon nicht günstig für den Ausbildungsverlauf ist, dann hatte ich sehr lange allein Dienst.

(Nur kurz um Euch die Umstände zu erläutern)

Nachbuchung gab es davor und auch danach, es hat jeden Mitarbeiter erwischt. Meistens waren die Nachbuchungen noch Tragbar aber oft hat der Tip nicht gereicht abundant waren es aber auch Nachbuchungen bis zu 70€ ( Das Haus war zu 100% Ausgelastet, knapp 250# und es war ein großes Event also richtig Action .

Bei Gesprächen mit der Direktorin wurde mir und auch andern Kollegen gesagt, für jeden von uns warten andere…….also zahlt oder geht (irgendwie habe ich meine Direktorin für ihre Zielstrebigkeit bewundert aber es war mir immer ein Rätsel wie sie so böse sein kann, ein anderes Wort fällt mir nicht ein.)
Frei nach dem Motto "Wo kein Kläger, da keinRichter".



Ist aber logisch dass da niemand dagegen vorgeht. Arbeiten brauchste dann da nimmer...
Ja jedenfalls hoffe ich ihr könnt Erfahrungen Teilen.

Herzliche Grüße :)

Cappu
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Re: Umsatzverlust - wann haftet der Mitarbeiter persönlich ?

Beitragvon Cappu » Di Dez 20, 2011 14:34

Ich musste bisher Gott sei Dank nie etwas zahlen, habe allerdings auch großartig noch nichts verbockt - kom t dann wohl noch auf mich zu :-d ist halt logisch, dass das mal passiert...

Unser Restaurantleiter will uns immer erzählen, er müsse die Gläser die wir zerstören oder Drop-Stops die wir versehentlich entsorgen aus eigener Tasche zahlen und will uns nun auch dazu auffordern, Geld zu "spenden" für Gläser :-D

Also ganz ehrlich, ich glaube nicht dass mich dazu jemand zwingen könnte, grad als Azubi, aber ich finds auch krass, dass der das selbst bezahlen muss was wir zerstören, und in dem Laden halte ich das für durchaus denkbar irgendwie :-D



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